Traditionelle Chinesische Medizin

Alternative Heilmethoden gewinnen in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Viele Menschen vertrauen neben der klassischen Medizin auch auf natürliche, sanfte Arzneimittel, die mittlerweile ein breites Spektrum umfassen. Einer der ältesten und auch in der Gegenwart immer noch praktizierten Wege, um Beschwerden zu lindern, ist die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM. Für diese Ausgabe haben wir Herrn Mag. Hauser, ApoLife Apotheker aus Salzburg, gebeten, uns einige wesentliche Fragen dazu zu beantworten.

Herr Mag. Hauser, was versteht man eigentlich unter TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine der ältesten bekannten Lehren im Gesundheitsbereich, von der es bereits um 1600 v. Chr. erste Aufzeichnungen gab und die seit Jahrhunderten an medizinischen Hochschulen unterrichtet wird. Es existieren unzählige wissenschaftliche Bücher und Publikationen darüber, und sie wird von vielen Ärzten rund um den Globus ausgeübt. Nicht nur im heutigen China steht die Traditionelle Chinesische Medizin keineswegs im Widerspruch zur westlichen Medizin, sondern wird als Ergänzung und Alternative eingesetzt. Wobei es im Reich der Mitte praktisch in jedem größeren Krankenhaus eine eigene TCM-Abteilung gibt und eigentlich jeder chinesische Arzt über Grundkenntnisse dieser Heilmethode verfügt.

Wo kommt die Traditionelle Chinesische Medizin überall zum Einsatz?

In China wird sie speziell in der präventiven Medizin sowie bei chronischen Erkrankungen eingesetzt, wobei die Vorteile auf der Hand liegen. Sie ist individuell auf den Patienten abgestimmt, führt in den seltensten Fällen zu Nebenwirkungen und verfügt über einen enormen Erfahrungsreichtum. Seit mittlerweile dreißig Jahren hat die Traditionelle Chinesische Medizin auch bei uns immer mehr Beachtung gefunden und erfreut sich großer Beliebtheit.

Wohnt der Traditionellen Chinesischen Medizin eine spezielle Philosophie inne?

Ja, sie beruht auf den philosophischen Überlegungen des Taoismus und des Konfuzianismus. Beide streben nach Harmonie, die allerdings nur durch die Betrachtung des großen Ganzen erreicht werden kann. Demnach wird auch der Ansatz verfolgt, den Menschen als Ganzes zu betrachten und zu behandeln. Das Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Yin und Yang herzustellen.

Was versteht man unter Yin und Yang?

Darunter kann man sich zwei gegensätzliche Kräfte bzw. Prinzipien vorstellen, die jedoch nicht miteinander konkurrieren, sondern sich im besten Fall optimal ergänzen, wie im berühmten schwarz-weißen runden Zeichen mit der Welle und den beiden Punkten, das auch als „Taijitu“ bezeichnet wird. Yin steht für Eigenschaften wie kühlend, beruhigend, still, weich, befeuchtend, aber auch für dunkel, Schatten und traurig, während Yang als wärmend, bewegend, trocknend sowie hart, hell, Licht oder wütend wahrgenommen wird. Herrscht zwischen Yin und Yang kein Gleichgewicht mehr, ist der harmonische Fluss des Qi, also der Lebensenergie im Blut, gestört und es kann zu Krankheit kommen. Dann geht es darum, Yin und Yang wieder in Einklang zu bringen und so die Beschwerden zu beseitigen.

Wie geht man dabei vor?

In einer ersten Untersuchung wird zunächst festgestellt, ob ein Yin- bzw. Yang-Mangel besteht und wie dieser behoben werden kann. Die Diagnostik beginnt mit einer Befragung des Patienten, ob Fieber, Herzklopfen oder Ähnliches vorliegt und wie es mit dem Trinkverhalten und dem Appetit aussieht. Zudem betrachtet der Arzt das gesamte Erscheinungsbild des Erkrankten in Hinblick auf Körperbau, Zustand und Farbe der Haut, Mimik etc. Ebenfalls wichtig sind Stuhl und Urin, die durch Beschaffenheit und Geruch Aufschluss zu möglichen Ursachen der Beschwerden geben können. Weitere wesentliche Diagnosepunkte sind die Zunge und der Puls, wobei nicht nur dessen Geschwindigkeit, sondern auch die Pulswellen, der Rhythmus und weitere Aspekte – ist er oberflächlich oder tief – einbezogen werden. Es braucht hier allerdings viel Erfahrung, um die sehr feinen Unterschiede zu spüren.

Nach der Untersuchung weiß der Arzt, ob ein Mangel oder ein Überschuss von Yin oder Yang vorliegt und bedient sich der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, um hier einen Ausgleich herzustellen bzw. den Qi-Fluss wieder in Gang zu setzen.

Welche Möglichkeiten gibt es dafür?

Den fünf Elementen entsprechend gibt es in der Traditionellen Chinesischen Medizin auch unterschiedlichste Arzneimittel wie Hunderte Arzneipflanzen, Mineralien und ebenso tierische Bestandteile. In der westlichen Welt wird allerdings auf den Einsatz von Regenwürmern, Tausendfüßlern oder Skorpionen verzichtet. Man konzentriert sich auf die pflanzlichen Mittel und verschreibt Kräutermischungen, die zum Teil mehr als ein Dutzend verschiedene Pflanzen enthalten können. Sie werden dann entweder in der Apotheke als Tee gemischt oder zu Extrakten und Granulaten verarbeitet.

Ebenfalls einen wesentlichen Aspekt stellt in der TCM die Ernährung dar, wobei jedes Lebensmittel und jede Speise einem der fünf Elemente zugeordnet ist. Leidet der Patient etwa an Müdigkeit und Antriebslosigkeit, deutet dies auf einen Yin-Überschuss bzw. einen Mangel an Yang hin. Dieses Ungleichgewicht kann mit warmen sowie scharfen Speisen und Getränken mit Ingwer, Zimt und Fenchel, die wärmende Eigenschaften besitzen, ausgeglichen werden.

Wie sieht es mit Therapien zum Wiederherstellen des Qi-Flusses aus?

Hier bedienen sich Expertinnen und Experten beispielsweise der Akupunktur, einer Heilmethode, die in China bereits seit mehr als 2.000 Jahren praktiziert wird. Dabei werden Punkte, die auf den sogenannten Meridianen, das sind Leitungsbahnen im Körper, liegen, mittels spezieller Nadeln stimuliert. Die Akupunktur kommt unter anderem bei Schmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen, Allergien, Verdauungsbeschwerden oder zur Geburtsvorbereitung zum Einsatz und dient der Anregung des Qis.

Es gibt übrigens auch bei uns bekannte Meditations- und Bewegungsformen, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Therapie eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Qigong, wobei der Name hier Programm ist, weil „Gong“ soviel wie „Arbeit“ und demnach Qigong praktisch „Qi-Arbeit“ bedeutet, und Taiji. Diese körperlichen Übungen sind ideal bei leichteren Erkrankungen und zur Vorsorge, da die exakten Bewegungsabläufe den richtigen Fluss des Qis optimieren. Ebenfalls sehr effektive Therapien sind auch Tuina-Massagen und Schröpftherapien.

Wo bekommt man weitere Informationen?

Wenden Sie sich einfach an uns! Wir ApoLife Apothekerinnen und Apotheker können Ihnen selbstverständlich bei allen Fragen zur Traditionellen Chinesischen Medizin mit Fachinformationen und vielen hochwertigen TCM-Präparaten weiterhelfen.

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